Idealerweise erscheint jedes Model zum Shootingtermin pünktlich, ausgeschlafen, mit strahlendem Teint und gepflegten Haaren. Das sind die Model-Eigenschaften, die Kunde und Fotograf erwarten können, und für die sie zahlen.
Die sorgfältige, tägliche Pflegeroutine sollte ja auch tatsächlich dafür sorgen, dass am Tag eines Shootings beautytechnisch alles stimmt – aber dann sind da die Katastrophenmorgen, an denen nichts ist, wie es sein soll - quasi Bad Hair Days auf die Spitze getrieben.
Solche Horror-Tage kennt jedes Model. Aber die Erfahrenen verfügen über eine kleine Toolbox mit guten Produkten und schnellen Tricks für die schlimmsten Notfälle...
1. Augenringe/ Augenschatten/ Puffaugen
Oft ist an Schlaf gerade vor wichtigen Shootings nicht zu denken. Dann schaut einem morgens ein leicht aufgequollenes, übernächtigtes Gesicht entgegen.
Erste Hilfe: Statt sich herumzuwälzen, lieber etwas früher aufstehen, und sich in Ruhe Zeit nehmen für eine Extra-Runde Pflege. Hierfür gibt es eine ganze Reihe von Sofortmaßnahmen; sie wirken je nach Hauttyp unterschiedlich gut. Am besten vorher schon mal ausprobieren, und am Tag des Shootings ein erprobtes Mittel anwenden, statt zu experimentieren.
Kamillen-Teebeutel im lauwarmen Zustand für fünf Minuten auf die geschlossenen Augen gelegt beruhigen und entspannen die Haut. Oft wird auch schwarzer Tee empfohlen – aber Achtung: bei bestimmten Hauttypen kann dieser die obere Hautschicht leicht einfärben!
Bei zusätzlichen Anschwellungen und erweiterten Gefäßen die Teebeutel ins Eisfach und danach die gekühlten Beutel auf die geschlossenen Augen legen. Auch gekühlte Gurkenscheiben haben einen ähnlichen Effekt, ebenso wie schon am Abend zuvor in den Kühlschrank gelegte Augenmasken.
Wer nachts gar nicht schlafen kann, sollte es mit einer Quarkmaske aus Magerquark verrührt mit Zitronensaft und einem Teelöffel Olivenöl versuchen. Diese muss allerdings etwa zwei Stunden rund ums Auge verbleiben, um zu wirken.
Achtung: Zu Hause keinen Concealer oder ähnliche kaschierende Kosmetikprodukte auftragen. Dafür ist entweder der Visagist zuständig oder man selbst, dann allerdings erst kurz vor dem Shooting. Allerdings sollte ein wirkungsvoller Concealer in keiner Modelbag fehlen. Für das concealen von Augenringen immer einen Abdeckstift oder eine Creme wählen, die eine Nuance heller als der eigentliche Hautton ist.
Geheimtipp: der "Touche Eclat" von Yves Saint-Laurent. Seine aufhellenden Partikel bringen die Haut rund um das Auge zusätzlich zum Strahlen.
Übrigens: Hämorrhoiden-Salbe, der alte „Modeltrick“, kann zwar funktionieren, führt aber auch oft zu allergischen Reaktionen, ist meist kontaktlinsenunverträglich und verursacht langfristig Fältchen.
2. Pickel
Ganz wichtig: Pickel niemals auszudrücken versuchen, auch nicht am Abend vor dem Shooting. Das kann zu Hautreizungen und Entzündungen führen, die größere Hautpartien in Mitleidenschaft ziehen. Die meisten lokal begrenzten Hautunreinheiten lassen sich gut abdecken, und vor allem später in der Nachbearbeitung der Fotos sehr einfach herausretuschieren.
Ein wirkungsvoller Modeltrick bei leicht entzündeten und angeschwollenen Pickeln ist eine kurze Maske mit Aspirin. Hierfür werden einige Aspirintabletten zu Pulver zerkleinert, mit ganz wenig Wasser zur Paste verrührt und auf die Unreinheit aufgetragen.
Die Mini-Maske einziehen lassen, bis sie ganz abgetrocknet ist, und dann behutsam mit warmem Wasser abwaschen. Anschließend einen in Frottee gewickelten Eiswürfel auf die Stelle halten. Das sollte Rötungen und Anschwellungen zum Verschwinden bringen.
3. Spröde Lippen / Lippenfältchen
Ein Problem, das besonders häufig im Winter auftritt. Keinesfalls Lipgloss auftragen, um die Lippen voller und schimmernder erscheinen zu lassen. Das trocknet zusätzlich aus und erschwert den Halt des Lippenstifts beim späteren Schminken.
Als allererstes mit einer weichen Zahnbürste in kleinen Kreisen über die Lippen massieren, damit die Durchblutung angeregt wird, und abgestorbene Hautfetzchen entfernt werden. Danach eine dicke Maske aus einer Mischung von Vaseline und Honig auftragen und mindestens zehn Minuten einwirken lassen.
Die globale Antwort aller Models auf trockenen Lippen während des Tages: Blistex-Lippenpflegestifte. Immer mal wieder aufgetragen, eignen sie sich auch ideal als Lippenstiftgrundlage und schützen den Lippenstift vor dem Auslaufen in die unsichtbaren Lippenfältchen hinein.
4. Fettige Haare
Es sollte nicht passieren, passiert aber manchmal eben doch: Man vergisst sich die Haare zu waschen, und plötzlich sind sie am Shootingtag einfach beschämend fettig. Trockenshampoo ist hier eine wirkungsvolle Lösung, die aber keinesfalls zum Normalzustand werden sollte.
Wichtig: Das Pulver nur auf den fettigen Ansatz sprühen, gut einwirken lassen und sehr sorgfältig ausbürsten – vor allem bei dunkleren Haaren. Gut nachkontrollieren, ob noch Puderreste zu sehen sind.
Wer mit aufwehenden Haaren oder Spliss zu kämpfen hat, kann am Abend vor dem Fotoshooting einen Klecks seiner meist reichhaltigeren Nachtcreme nehmen, diese leicht in den Handflächen verreiben, und damit die Haarspitzen (aber nur diese!) kneten.
5.Teint
Gegen einen fahlen Teint hilft ein morgendliches, aber unbedingt sanftes Peeling. Die Wirkung kann durch das leichte Einmassieren mit einem entsprechenden Massagehandschuh noch verstärkt werden.
Geheimtipp im Anschluss: das Einsprühen mit Gesichtswasser. Bei Models besonders beliebt sind die Evian Fläschchen, die in keiner 1. Hilfe Tasche fehlen sollten und die man in Apotheken bekommt.
Am besten direkt nach der Reinigung und vor der Tagescreme auftragen und dann nochmals kurz vor dem Shooting. Es hydriert angestrengte Haut und verleiht einen jugendlichen Frischekick.
Kurz vor dem Shooting ist dann das Auftragen des Beauty Flash Balms von Clarins ein echtes Allheilmittel.
Teil 1 der Shooting Tips: Richtig vorbereitet in's Shooting
