Auch für erfahrene Models können Shooting-Termine noch aufregend sein, vor allem wenn es sich um die Zusammenarbeit mit einem neuen Fotografen oder um einen wichtigen Kunden handelt.
Zum Glück gibt es eine ganze Reihe von echten Geheimtipps, die jedes Model in Vorbereitung auf das erste und alle kommenden Shootings beherzigen sollte – dann kann eigentlich nichts schief gehen.
Ein bisschen Aufregung ist übrigens völlig in Ordnung, schließlich sorgt Adrenalin für bessere Durchblutung und einen schönen Teint!
Grundsätzlich sollte jedes Model drei Faktoren von Anfang an im Griff haben: Selbstorganisation, Beauty und Styling.
Selbstorganisation
Zwei Tage vor dem Shooting sollte man den Termin bestätigen, wenn sich bis dahin der Fotograf oder die Kontaktperson nicht selbst gemeldet haben. In größeren Shootings mit freien Fotografen und bei umfangreicheren Jobs können sich manchmal Abfolge- oder Terminänderungen in letzter Minute ergeben, die nicht immer ausreichend kommuniziert werden.
Der Morgen vor dem Shooting sollte in Ruhe ablaufen. Am besten packt man seine Sachen schon am Abend zuvor und stellt die Tasche bereit. Falls die Shooting-Outifits vom Model mitgebracht werden, müssen diese gewaschen und gebügelt sein – am besten am Abend vorher nochmals alles durchchecken! Oft ist am Set keine Zeit oder kein Equipment zum Nachbügeln, deshalb ist ein Kleidersack für den glatten Transport genauso wie ein kleines Reisebügeleisen immer eine lohnende Investition. Accessoires und Schuhe sollten separat eingepackt werden. Am Set reserviert man sich eine Ecke mit Kleiderständer oder einen Stuhl, packt alles direkt aus und hängt es auf. So können Falten sich noch aushängen, und kleine Flecken eventuell beseitigt werden.
Besonders gut organisierte Models fahren die Strecke zum Set in der Woche vor dem Shooting einmal ab und berücksichtigen auch die Parksituation. In jedem Fall sollte man sich am Abend zuvor die Fahrtstrecke per Auto ausdrucken, und die entsprechenden Bahnzeiten parat haben. Immer sollte eine Pufferzone von einer halben Stunde eingebaut sein, falls mal ein Stau entsteht oder eine Bahn ausfällt.
Ganz wichtig: Immer ein aufgeladenes Handy und die Nummer vom Fotografen oder einer Kontaktperson am Set dabei haben! So kann man schnell Bescheid sagen, falls man sich doch verspätet. Nicht zu lang damit warten in der Hoffnung, es würde doch noch irgendwie klappen – Zeit ist Geld am Set, und oft kann dann ein anderes Motiv vorgezogen werden. Am besten jedoch ist es, früh am Set zu sein. Dann hat man noch ein wenig Zeit, um sich mit den Räumlichkeiten und dem Fotografen und Visagisten bekannt zu machen, und eventuelle Fragen zu stellen, bevor die allgemeine Hektik hereinbricht.
Bei einem Shooting mit vielen Setwechseln und verschiedenen Models kann es zu längeren Warteperioden kommen. Dicke Socken und Strickjacken sind hier nützlich. Man sollte auch immer ein Buch dabei haben; auch Hörbücher und Entspannungs-CDs sind super geeignet – Letztere besonders, um Aufregung unter Kontrolle zu halten. Nicht alle Models unterhalten sich gerne während des Wartens. Das ist selten unfreundlich gemeint, und sollte auch nicht so aufgefasst werden. Wer aber doch für ein kleinen Small-Talk aufgeschlossen ist: Hier ist genau die richtige Gelegenheit, um Erfahrungen und Tipps auszutauschen – und so schon wieder fürs nächste Shooting zu lernen!
Beauty
Das Geheimnis des Shootings liegt in der Ausstrahlung des Models. Dafür wird es gebucht, und das ist der Maßstab, an dem es im Hinblick auf weitere Bookings gemessen wird. Deshalb ist es absolute Modelpflicht, am Tag des Shootings so ausgeruht und frisch wie möglich auszusehen.
Die Grundvoraussetzung hierfür ist ein langer und ungestörter Nachtschlaf vor dem Tag des Jobs. Am Abend zuvor sollte man sich nichts vornehmen, und früh ins Bett gehen. Alkohol ist absolut tabu: Er dehydriert und führt zu fahler Haut und Augenringen – von Kreislaufproblemen ganz zu schweigen. Wer raucht (aufgrund der frühzeitigen Hautalterung am besten sowieso direkt abgewöhnen), sollte am Tag vor dem Shooting die Zigarettenzahl so weit wie möglich zurückschrauben. Ein ganz leichtes, frühes Abendessen und viel Flüssigkeit sind empfehlenswert. Ein Tipp: Mit Schlafmaske schlafen, und die Augen über Nacht mit einer Augencreme gut hydrieren.
Am Morgen vor dem Shooting ist ein leichtes Frühstück angebracht, das eine gute Unterlage für den Tag schafft und dennoch nicht durch eine Bauchwölbung sichtbar wird. Müsli und Bananen leisten hier gute Dienste. Für den Tag sollte man verschiedene Snacks dabei haben, die viel Eiweiß zuführen, aber gegessen werden können, ohne das Make-up zu ruinieren, und nicht erst aufgewärmt werden müssen. Vorab geschnittenes Obst, Müsliriegel, Trinkjoghurte und ganz besonders Studentenfutter erfüllen diesen Zweck optimal. Außerdem sollte jedes Model immer eine große Flasche Wasser ohne Kohlensäure und Strohhalme dabei haben. Am Morgen des Shootings, und auch währenddessen, sollte zu viel Kaffee in jedem Fall vermieden werden; Rosmarintee ist hier ein guter Ersatz.
Ganz wichtig ist die Frage, ob am Set ein Visagist vorhanden sein wird, oder ob der Fotograf vom Model erwartet, dass es sich selbst schminkt. Diese Frage sollte man mindestens eine Woche vorab klären. Falls ein Visagist vor Ort ist, darf man sich keinesfalls selbst vorab schminken. Das Abschminken nimmt Zeit in Anspruch und belastet das Hautbild. Visagisten arbeiten am liebsten mit ganz ungeschminkten, aber gut eingecremten Gesichtern. Auch wenn ein Visagist vor Ort ist, haben professionelle Models dennoch ihren eigenen Schminkkoffer dabei. Wichtigstes Utensil darin: erprobtes Make-up, Foundation, Concealer und dergleichen. So kann man sicher gehen, dass die richtigen Produkte für die eigene Hautfarbe vorhanden sind.
Zum Shooting erscheint jedes Model glatt rasiert. Dies gilt für die Achseln, die Beine und die Bikinizone. Vor der Rasur am Abend zuvor sollte man sich bestenfalls zwei Tage nicht rasieren: Die Rasur wird bei etwas längeren Haaren präziser und die Haut ist weniger gereizt. Tipp: Immer am Abend zuvor rasieren. So haben eventuelle Schnitte noch Zeit zu heilen. Währenddessen kann man eine Feuchtigkeits- oder Pflegemaske auftragen.
Geheimtipp für den Morgen: ein gutes, aber sanftes Peeling für Gesicht und Körper. Es sorgt für einen ebenmäßigen, gut ausleuchtbaren Teint, der sich leichter schminken lässt. Ganz wichtig: Auf keinen Fall in den Tagen vor dem Shooting neue Kosmetikprodukte ausprobieren! Die Haut kann allergisch auf diese reagieren, und zu Rötungen oder Pickeln tendieren. Vor jedem Shooting sollte man den Fotografen oder Kunden fragen, ob eher ein blasserer Hauttyp oder eine leichte Bräune erwartet werden. Viele Models erstellen ihre Sedcards, wenn sie leicht gebräunt sind – der Kunde erwartet dann auch diesen Look. Keinesfalls sollte man sich dazu aber wochenlang unter die Sonnenbank legen. Das trocknet die Haut nur aus. Besser sind leichte, hoch qualitative Selbstbräuner, die am Tag vor dem Shooting auf die gepeelte Haut aufgetragen werden.
Wer gefärbte Haare hat, sollte die Wurzeln unbedingt rechtzeitig vor dem Shooting nachfärben lassen. Scheinwerferlicht akzentuiert den Kontrast, der sich auch in der Nachbearbeitung nur schwer nivellieren lässt. Die Nägel sollten sauber und gut manikürt sein, aber am besten ohne Nagellack getragen werden. Statt eines herkömmlichen Deos sollte am Tag des Shootings ein Antiperspirant getragen werden, das auf keinen Fall weiße Flecken in der Kleidung hinterlassen darf.
Styling
So seltsam es klingt: Am besten taucht man zum Shooting in lockeren Sportklamotten ohne Unterwäsche auf. Das garantiert, dass sich auf der Haut keine Abdrücke durch Gummibänder abzeichnen, die manchmal bis zu einer wertvollen Stunde Shootingzeit brauchen, um zu verschwinden. Jedes professionelle Model verfügt über mindestens einen Wochenvorrat an nahtlosen, körperfarbenen Strings und Panties sowie T-Shirt BHs mit und ohne Träger, die zu jedem Shooting mitgebracht werden sollten. So muss man nicht die vom Fotografen bereitgestellte, fremde Unterwäsche anziehen und braucht auch nicht ohne Unterwäsche zu fotografieren, was ansonsten oft nötig werden kann.
Teil 2 der Shooting Tips: Erste Hilfe für Beauty-Notfälle
